Gleich fünfmal hieß es im Mai 2026 an der Lore-Lorentz-Schule: „Willkommen im Kit Kat Klub – einem Ort, an dem die Nacht niemals endet und die Wirklichkeit draußen bleiben muss…“ In vier Vormittagsvorstellungen für Schülerinnen und Schüler unserer Schule sowie einer Abendvorstellung für Eltern und Angehörige entführte die Theater-AG mit der Adaption des berühmten Musicals „Cabaret“ von John Kander, Fred Ebb und Joe Masteroff ihr Publikum in die pulsierende Welt Berlins der 1930er Jahre, wo Glamour, Sehnsucht und dunkle Vorzeichen untrennbar miteinander verwoben sind.
In „Cabaret“ wird Berlin in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren als Ort politischer Umbrüche und kultureller Grenzerfahrungen dargestellt. Der Kit Kat Club spiegelt die Gesellschaft wider, in der Lebenslust, Freiheitssuche, Sinnlichkeit und Selbstbestimmung mit wachsendem Nationalismus kollidieren. Die Liebesgeschichten von Fräulein Schneider und Herrn Schultz sowie von Sally Bowles und Clifford Bradshaw verdeutlichen dabei die äußeren Zwänge durch den Aufstieg der Nationalsozialisten und das Scheitern persönlicher Hoffnungen.
Die Idee der Adaption kam von Mitgliedern der Theater-AG selbst. Im Vorfeld hatten sie sich das Stück im Düsseldorfer Schauspielhaus angesehen und sich inspirieren lassen. So gelang es, die Handlung eigenständig auf die Möglichkeiten des Schultheaters zuzuschneiden.
Das Publikum zeigte sich in sämtlichen Vorstellungen begeistert. Die lebendige Darstellung und der Mut zur eigenen Interpretation wurden mit großem Applaus honoriert. Helena, Lorena und Marja aus der Klasse 12SL erklärten beispielsweise, sie habe insbesondere das „selbstbewusste, professionelle Auftreten“ des Ensembles beeindruckt. Mina aus der 11PE2 fühlte sich während der Aufführung „wie mittendrin“, da sich einige Schauspielerinnen nicht nur auf der Bühne aufhielten, sondern zum Teil auch durch die Zuschauerreihen bewegten.
Mit Katrin Sedlbauer, Musikvermittlerin bei der Düsseldorfer Tonhalle, besuchte auch eine professionelle Beobachterin eine der Aufführungen. „Ich fand es sehr beeindruckend, wie kreativ und mit wie viel Spielfreude die Schülerinnen und Schüler ein so schwieriges Thema umgesetzt haben. Eine großartige Leistung“, lobte Sedlbauer, die schon selbst Projekte mit der Theater-AG der Lore-Lorentz-Schule realisiert hat. So waren auch die leitenden Lehrkräfte der Theater-AG – Marco Werner und Simone Lermann – stolz auf die Leistung ihres Ensembles und die Aufführung eines Stücks, das leider aktueller nicht sein könnte.

