Die Lore-Lorentz-Schule trägt nicht nur den Namen der Gründerin der wohl bekanntesten Kabarettbühne Deutschlands, sondern pflegt auch eine langjährige Partnerschaft mit dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen. Ein traditioneller Bestandteil dieser Partnerschaft ist die jährliche, exklusive Sondervorstellung des Kom(m)ödchen-Ensembles für die Schulgemeinschaft der Lore-Lorentz-Schule, welche in diesem Jahr am 15. Januar stattfand.
Für viele Schülerinnen und Schüler war es der erste Besuch eines Kabarettstücks. Um ihnen Lust auf diese Kunstform zu machen, gab es für sie in diesem Jahr erstmals eine interaktive Einführung in das Thema Kabarett und das brandneue Programm „Nö. Eine Entgleisung“. Dazu kam Ensemblemitglied Martin Maier-Bode am Tag vor der Aufführung eigens in die Aula der Lore-Lorentz-Schule, um das Publikum für den Besuch im Kom(m)ödchen zu motivieren und das Stück leichter zugänglich zu machen. Begleitet wurde er von Kristin Schwarz, Programmleiterin im Kom(m)ödchen, sowie Kay Lorentz, der das Theater über viele Jahre bis 2024 leitete.
In den knapp 60 Minuten erklärte Maier-Bode den rund 160 Anwesenden zunächst, wie politisches Kabarett funktioniert. Dazu wurde eine Szene aus „Bulli“, dem vorherigen Kom(m)ödchen-Programm, eingespielt und unter reger Beteiligung der Schülerinnen und Schüler analysiert. Eine inhaltliche Heranführung an das neue Stück schloss sich an, aus welchem von drei Freiwilligen aus dem Publikum schließlich auch eine Szene auf der Bühne vorgetragen wurde. „Es ist wahnsinnig schön zu sehen, dass eine neue junge Generation sich mit der Kunstform des politischen Kabaretts vertraut macht“, meinte Kristin Schwarz, studierte Theaterwissenschaftlerin, nach der Veranstaltung und ergänzte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass musische Fähigkeiten und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kunstformen Empathie, Fantasie und die Fähigkeit zu kritischem Denken fördern.“
Gut vorbereitet ging es also am folgenden Nachmittag ins Kom(m)ödchen, wo das über Wochen hin ausverkaufte Stück „Nö. Eine Entgleisung“, welches im November Premiere feierte, auf dem Programm stand: Ein Mann, Malte, zieht sich genervt von den ständigen schlechten Nachrichten zu seiner Modelleisenbahn zurück, doch seine Freunde mischen ihn auf und veranstalten reichlich Chaos in seiner Wohnung, um auf diese Weise eine Antwort auf die großen Fragen unserer Zeit zu finden. Die Handlung erwies sich als gut zugänglich für das junge Publikum und sorgte für zahlreiche Lacher. „Mich haben besonders das schnelle Spiel der Schauspieler und die vielen Rollenwechsel beeindruckt“, so eine Schülerin der Klasse 12SL. Eine Mitschülerin ergänzte: „Mir hast das Stück sehr gut gefallen, weil es aktuell ist und man die Hauptfigur gut nachvollziehen kann. Auch wenn ich vielleicht nicht jeden Witz verstanden habe, hat es mich an vielen Stellen zum Nachdenken angeregt.“
Auch das Team des Kom(m)ödchens zeigte sich zufrieden mit den beiden Veranstaltungen. Elke Lorentz, die alle Schulvorstellungen der vergangenen Jahre miterlebt hat, beschrieb ihre Eindrücke so: „Im Saal war eine neue Art von Neugier und Konzentration zu spüren, weil die Schülerinnen und Schüler durch die wunderbare Einführung von Martin Maier-Bode einen anderen Blick auf die Themen und bereits Hintergrundwissen bekommen hatten, darüber, wie Theater allgemein und Kabarett im Speziellen funktionieren. Es war eine der schönsten Schulvorstellungen seit Jahren.“ Auch Kristin Schwarz fand lobende Worte: „Die Zusammenarbeit und der Austausch mit der Lore-Lorentz-Schule machen uns stolz. Wir sind dankbar für den extra Aufwand des Lehrpersonals und des Fördervereins, die Schüler/-innen auch außerhalb des Lehrplanes in die faszinierende Welt des Theaters einzuführen.“
Es wird also nicht die letzte Sondervorstellung für die Lore-Lorentz-Schule im Kom(m)ödchen gewesen sein.

