Inspirierend und spannend

„Schreiben ist der größtmögliche Trost“

Großer Applaus für vielfältige Schülertexte und spannende Gäste beim traditionellen Lesetag des Bildungsganges Sprache und Literatur

„Writing is the supreme solace“ oder, zu Deutsch, „Schreiben ist der größtmögliche Trost“ – mit den Worten des englischen Schriftstellers Somerset Maugham eröffnete Bildungsgangleiter Dieter Johann am 14.02.2019 den Lesetag des Bildungsganges Sprache und Literatur und deutete mit diesem Motto bereits an, dass einige der vorgetragenen Schülertexte auch aus persönlichen Beweggründen heraus entstanden waren. Traditionell trugen Schülerinnen und Schüler der SL-Klassen 11 bis 13 ihre im Literaturunterricht oder privat entstandenen Texte in der Aula – in diesem Jahr erstmals in der Dependance am Fürstenwall –den Mitschülern vor und begrüßten darüber hinaus auch dieses Mal einen hochkarätigen Gast aus der Literaturszene: Journalist und Autor Sven-André Dreyer in Begleitung von Fotograf Thomas Stelzmann, die ein gemeinsames Buchprojekt zur Düsseldorfer Musikgeschichte vorstellten.

Doch zunächst gehörte den Schülerinnen und Schülern die Bühne, die Texte sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vortrugen und dabei ein breites Repertoire literarischer Formen – vom Märchen bis zur Kriminalgeschichte – nutzten. Inhaltlich wurde ebenfalls ein buntes Spektrum geboten, wobei der Schwerpunkt vor allem auf gesellschaftskritischen oder nachdenklichen Themen lag, die mitunter aber auch humoristisch verarbeitet wurden, wie ein Gedicht über den winterlichen Frust mit der Rheinbahn beispielhaft illustrierte. Zum Ende der Schülervorträge sorgte schließlich ein Text von Madina Stefes zum Thema „Vaterkomplex“ für Begeisterungsstürme im Publikum, den die Schülerin – ihrerseits auch Mitglied der Theater-AG – rhetorisch brillant vorzutragen wusste und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler dadurch regelrecht von den Sitzen riss. Die Lacher auf seiner Seite hatte im Anschluss wiederum Lehrer Marco Werner, der seine neueste Kolumne „Deutsch by Werner“ aus der Schülerzeitung Lologramm vorlas und sich hierbei mit Recycling innerhalb der deutschen Sprache auseinandersetzte.

Nach einer Pause, in der sich die Anwesenden am Catering-Stand der 13SL mit Leckereien eindecken und, wie in den Pausen zuvor, einem musikalischen Zwischenspiel lauschen konnten, traten die beiden Gäste vor die Bühne. Sven-André Dreyer und Thomas Stelzmann, die beide in der Lore-Lorentz-Schule regelmäßig Workshops im Bereich literarisches und journalistisches Schreiben bzw. Fotografie anbieten, stellten ihr neues Sachbuch „Keine Atempause: Musik aus Düsseldorf“ vor, das aktuell in der Musikszene für Furore sorgt. Nachdem Dreyer das Vorwort vorgelesen hatte, stellten sich die beiden einer von Sophie Schilmar (12SL) und Jan Niklas Klod (13SL) moderierten Gesprächsrunde mit dem Publikum, in der spannende Anekdoten rund um die Entstehung des Buches und die Begegnungen mit Musikern zur Sprache kamen. Auch berichtete Dreyer von seinem Werdegang als Journalist und Schriftsteller und gab interessante Einblicke in sein Berufsleben.

„Inspirierend, spannend, aufregend – der Tag hat Lust auf Schreiben gemacht“, lautete das Fazit einer Schülerin aus der 11SL, die den Lesetag zum ersten Mal miterlebt hatte. „Man hat den typischen SL-Geist gespürt“, so ein Schüler der Klasse 13. Peter-Michael Friedrichs, Vorsitzender des Fördervereins, der die Lesung als Teil der vom Förderverein unterstützten Reihe „KulturPunkte“ seit Jahren begleitet, befand: „Es ist wichtig, dass Literatur in der Schulöffentlichkeit vorgestellt wird. Die Veranstaltung bietet Impulse und Möglichkeiten für Kooperationen.“ In diesem Sinne wurde nach Ende des Programms klar, als sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler vor der Bühne um die beiden Gäste scharten, dass man Dreyer und Stelzmann vermutlich nicht das letzte Mal an der Lore-Lorentz-Schule gesehen haben wird.

 

nt

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